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Daidalos-Kolloquium München
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Michael Fackler
Der Dozent hat bei einer Versicherung in Rom und Rückversicherern in München gearbeitet, bevor er sich als Aktuar selbstständig machte. Er ist Mitglied der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV).
Die Finanzkrise von 2008 hat neben den wirtschaftlichen Folgen viel Wut erzeugt - es scheint, dass die Akteure in der Finanzindustrie alle unfähig oder Betrüger sind, oder beides. Mag dies in Einzelfällen auch zutreffen, so gibt es doch tiefere Gründe für die Krise: Es deutet manches darauf hin, dass unsere Welt viel unsicherer ist, als wir glauben (wollen). Wenn das so ist, dann sind die Aufgaben, die sich am Finanzmarkt stellen, weit schwieriger als gemeinhin gedacht, so dass selbst ehrliche und kompetente Menschen schwere Fehler nicht immer vermeiden können.

Der Vortrag wird zunächst erläutern, wie der Transfer finanzieller Risiken (z.B. Versicherungen, Kreditportfolios) funktioniert, und dass er im Grunde sinnvoll ist und viel Wohlstand geschaffen hat. Leider sind aber die für den Risikotransfer nützlichsten Versicherungs- und Bankprodukte oft schwierig zu kalkulieren, so dass ihr fairer Preis recht unklar ist. Wir werden sehen, dass selbst die Massen an Daten, die uns heutzutage zur Verfügung stehen, oft nicht ausreichen, um präzise Prognosen zu treffen, und dass die Mathematik, die zur Beschreibung gewisser wirtschaftlicher Zusammenhänge benötigt wird, teilweise noch gar nicht existiert. Neuere Entwicklungen in der mathematischen Forschung geben zwar Anlass zu der Hoffnung, dass es bald möglich sein wird, viele ökonomische Unsicherheiten genauer quantifizieren zu können als jetzt. Doch es gibt immer noch Leute in der Finanzbranche (und anderswo), die glauben, sie könnten an die komplexe Welt von heute mit den Methoden herangehen, die sie aus 30 Jahre alten Lehrbüchern gelernt haben.

Der Vortrag setzt keinerlei Statistikkenntnisse voraus, sondern nur ein gewisses Interesse an Zahlen.
Donnerstag, 7. Mai 2009, 19:30 Uhr
LMU Raum B005, Theresienstraße 39
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